Vorträge

Vortrag Januar 2023:

Begeisterte Imkerinnen und Imker verließen erst nach 22 Uhr das Küsterhaus in Daverden.

Bienenfachberater Dr. Hannes Beims war extra aus München angereist.

DAVERDEN. Mit den heimlichen Killern der Bienen kennt er sich aus und teilte sein Wissen bereitwillig. Pünktlich um 19 Uhr begrüße der Vorsitzende des Imkervereins Verden, Peter Steffens, den Referenten und eine große Anzahl interessierter Imkerinnen und Imker, auch vom benachbarten Imkerverein Achim. Sie bereuten ihr Kommen nicht, gewährte ihnen Dr. Beims doch Einblicke in die Hintergründe des allseits beklagten Bienensterbens. Der direkte Anteil der Varroa-Milbe daran ist geringer, als so mancher Besucher vorher dachte. Die Bienenbrut nimmt nur an 4 Tagen Futter auf. Von dieser „Energiezufuhr“ muss sie bis zu ihrem Schlupf nach 21 Tagen auskommen. Wird sie in ihrer Zelle von der Varroa-Milbe parasitiert, stresst sie das und schwächt sie. Unter anderem wird sie als erwachsene Biene kurzlebiger und weniger leistungsfähig sein. Sind viele Brutzellen betroffen, betreut der Imker das ganze Jahr über ein schwaches Volk, das „nicht so recht auf die Beine kommen will“.

Viel verheerender sind jedoch die einhergehenden „heimlichen Killer“ der Bienen, die Viren und Bakterien. Während z.B. das „Deformed Wing Virus“ (DWV) vor der Verbreitung der Varroa-Milbe in Deutschland und Europa keine Schäden verursachte, obwohl es flächendeckend verbreitet war, ist es heute ein Hauptfaktor beim Bienensterben. Durch die „Bisswunden“ der Varroa-Milbe können sie nun leicht in die Bienenbrut eindringen und sorgen dort für eine Verkrüppelung der Flügel. Eine zusätzliche Nervenschädigung sorgt dafür, dass die junge Biene nur ca. 3 Tage lebt und nicht fliegen kann. Ist ein Bienenvolk betroffen, erkennt ein Imker das an den sogenannten „Krabblern“ vor seinen Völkern. Er sieht jedoch nur das Ende einer Entwicklung, die vor vielen Wochen begonnen hat. Nur eine umgehende Bekämpfung der Varroa-Milben im betroffenen Volk kann dieses nun vielleicht noch retten. Honig wird er von diesen Völkern nicht ernten können.

Viele Fragen aus dem Publikum beantwortete Dr. Beims kenntnisreich und beeindruckte auch durch Hintergrundwissen bei aktuellen Entwicklungen. So kommentierte er die Nachricht über einen neu entwickelten, amerikanischen Impfstoff gegen die „Amerikanische Faulbrut“, einer meldepflichtigen bakteriellen Erkrankung der Bienenbrut, eindeutig: „Das ist eine Luftnummer. Auch früher schon hat das selbe Labor ähnliche Heilsbotschaften verbreitet.“ So, wie beschrieben, hält er die Wirkungsweise für nicht möglich. Dagegen sieht er durchaus Möglichkeiten bei der Anwendung der Hypothermie (Hitze gegen Varroa-Milben) und dem Einsatz von Litiumchlorid. Dort müsse man die weiteren Entwicklungen abwarten.

Allen ImkerInnen empfiehlt er, dafür zu sorgen, dass die langlebigen Winterbienen ohne Schädigung und zahlreich aufgezogen werden können. Sie werden zwischen August und Oktober erbrütet und leben bis zum folgenden März oder April. Dazu muss mehr Aufmerksamkeit auf die frühzeitige Sommerbekämpfung der Varroa-Milbe gelegt werden. „Teilen und behandeln“ hält er für zielführend, doch das wollte er dann wegen der fortgeschrittenen Uhrzeit nicht auch noch näher erklären, schließlich gibt es einschlägige Literatur. Um 5.30 Uhr gehe sein Zug nach München und die ein- oder andere Stunde Schlaf sei vorher noch geboten. Das billigte ihm sein begeistertes Publikum zu und äußerte den Wunsch, er möge doch recht bald einen weiteren Vortrag in Verden und umzu halten.

Imkerverein Verden e.V.

10. Januar 2023

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