Infobriefe des Laves aus Celle

Völker im Frühjahr ausgleichen

Schwache Völker im Frühjahr ausgleichen

Schwache Völker im Frühjahr ausgleichen

Infobrief vom 17. März 2017

In den letzten zwei Tagen sind hier die ersten Salweiden aufgeblüht

Hier in Celle hatten die Bienen in den zurückliegenden Wochen schon mehrfach die Möglichkeit zu einem Reinigungsflug und konnten schon Pollen, Nektar und Wasser eintragen. Somit gab es Gelegenheit den Überwinterungserfolg und den Zustand der Völker zu ermitteln. Durchweg sehen unsere Völker gut aus. Es gibt nur eine Völkergruppe in meinem Bestand, die offensichtlich an einem ungünstigen Standort überwintert hat und jetzt einer besonderen Pflege bedarf. Von diesen 25 Völkern ist eines schon im Dezember verstorben (Verlustrate 1,5% von insgesamt 65 eingewinterten Völkern). Die übrigen Völker dieser Gruppe sind schwächer als die Vergleichsvölker von anderen Überwinterungsplätzen.

Ein Teil der Völker haben ihre Waben und das Flugbrett bekotet. Im Labor konnten Nosema-Erreger (Nosema apis und N. ceranae) nachgewiesen werden. Die Völker „berappeln“ sich gerade.

Viele Imker beklagen jedoch wieder ganz erhebliche Völkerverluste. Die bislang vom hiesigen Labor untersuchten Proben aus verstorbenen Völkern, die uns Imker zur Untersuchung zugesandt hatten, zeigen keine besonderen Auffälligkeiten. Durchweg dominieren erhöhter Varroabefall oder Varroa-Folge-Viren, wie das Flügeldeformationsvirus. In ganz wenigen Fällen war auch ein erhöhter Nosemabefall nachweisbar. Wie in anderen Jahren zuvor auch, sind in Einzelfällen wieder Proben von gestorbenen Völkern eingegangen, die einen so penetranten Thymol-Geruch aufwiesen, dass man sich fragen muss, wie da noch die Kommunikation der Bienen mittels eigener Pheromone funktionieren soll. Das bestärkt uns weiterhin Thymol-haltige Varroazide auch aus diesem Grund nicht zu empfehlen.

Jetzt sind hier die ersten Salweiden aufgeblüht. Das wird die Völker in ihrer steten Aufwärtsentwicklung unterstützen. Gleichzeitig wird jetzt der Futterverbrauch der Völker steigen und wer als Imker mal wieder knapp eingefüttert hat, der muss jetzt womöglich wieder bange Zeiten durchleben. Wenn der Frühling günstig verlaufen sollte, dann werden die Völker deutlich an Stärke zunehmen und in drei Wochen so manchen Imker und Imkerinnen positiv überraschen.

Was ist jetzt zu tun?

Mit dem Aufblühen der Salweiden sind

1. die Futtervorräte in den Völkern zu überprüfen,

2. ein-räumige Völker brauchen jetzt einen zweiten Brutraum und

3. (zu)kleine Völker benötigen einen „boost“ durch „Zwischenparken“ auf starken Völkern.

1. Futtervorräte müssen in den Völkern überprüft werden

Die meisten Völker sitzen, wie für diese Zeit üblich, in der oberen Zarge. Normal starke Völker besetzen jetzt 4-6 Wabengassen. Wenn Sie bei der Futterkontrolle in den besetzten Wabengassen (von oben betrachtet) über oder hinter dem Bienensitz und zudem in den Randwaben verdeckeltes Futter sehen, so verfügen die Völker derzeit (noch) über genug Futter. Das bekommen Sie dann auch beim kurzen Anheben der Völker bestätigt. Sie müssen also dafür keine Waben ziehen. Diese Futterkontrollen sollten Sie in den folgenden Wochen immer wieder beibehalten, denn die Futterverbraucht steigt jetzt deutlich an.

Sollten bei dieser Kontrolle Völker gar zu wenig Futter haben, dann müssen Sie nachfüttern. Eine Notfütterung erfolgt entweder mit dem Zuhängen von überschüssigen Futterwaben aus gesunden Völkern (nur) aus dem eigenen Bestand. Honig darf nur dann verwendet werden, wenn er aus der eigenen Imkerei stammt und man anhand von Futterkranzuntersuchungen weiß, dass die Völker, aus dem der Honig stammt, keine Sporen der Amerikanischen Faulbrut haben können. Ansonsten kann man kleine Portionen oben

aufgelegte Futterteig-Fladen füttern. Dazu muss jedoch immer mal wieder Flugwetter herrschen, denn die Bienen benötigen zusätzlich Wasser. Zudem kann man flüssig mit Zuckerwasser oder Fertigfutter von unten in einem offenen Gefäß mit Schwimmhilfe füttern. Dabei muss zur Vermeidung einer möglichen Räuberei das Flugloch weiterhin eingeengt bleiben. Generell sollten Notfütterungen die Ausnahme bleiben. Wer genug eingefüttert hat, der wird eher zu Beginn der Kirschblüte einen Futterwaben-Überschuss seinen Völkern

entnehmen müssen.

2. Ein-räumige Völker brauchen jetzt einen zweiten Brutraum

Die 1-zargigen (ehemaligen) Jungvölker werden erweitert, indem man ihnen eine Zarge mit in der Mitte positionierten ausgebauten (hellen) Waben und rechts und links Mittelwände aufsetzt.

3. (zu)kleine Völker benötigen einen „boost“ durch „Zwischenparken“ auf starken Völkern

Sollten sich schwache Völker unter Ihren befinden, die jetzt weniger als vier Wabengassen besetzen und keine Anzeichen für etwaige Krankheiten aufweisen, so sollten Sie diese über ein Königinnen-Absperrgitter auf Ihre stärkeren Völker aufsetzen und dort „zwischenparken“ (siehe folgende Abbildung, A = das starkes, B = das schwaches Volk). Die beiden Völker nutzen dann ein gemeinsames Flugloch. Das oben über ein Absperrgitter aufgesetzte Volk (B) erhält somit Pflegehilfe von dem stärkeren Volk (A) und baut in kurzer Zeit ein Brutnest

aus, das nach wenigen Wochen fast genauso groß ist wie das des unteren Volkes. Nach 4 bis 5 Wochen müssen Sie die beiden Völker wieder trennen. Stellen Sie dann das ehemals schwache, oben aufgesetzte Volk (B) auf den Boden des zuvor stärkeren Volkes (A) und letzteres auf einen neuen Boden daneben. Somit erhält das ehemals schwache Volk (B) zudem alle Flugbienen. Dieses Verfahren funktioniert sehr gut. Probieren Sie es. Sollte jedoch eine nicht „vollwertige“ Königin die Ursache für die Schwäche des einen Bienenvolkes sein, so werden die aufgesetzten Bienen in das untere, starke Volk umziehen und ihre Königin verlassen. Dann war es wenigstens ein „boost“-Versuch wert.

Wir wünschen Ihnen einen guten Start in die Bienensaison und verbleiben mit den besten

Grüßen

Dr. Otto Boecking und Dr. Werner von der Ohe

LAVES Institut für Bienenkunde Celle

Herzogin-Eleonore-Allee 5, 29221 Celle

Infobrief vom 21. September 2016

Verfälschtes Wachs im Umlauf

Aus verschiedenen EU-Ländern, so auch aus Deutschland, liegen Meldungen von Imkern bzw. den staatlichen Kontrollbehörde vor, dass verfälschte sowie ggf. mit Rückständen belastete Mittelwände im Handel und Umlauf sind. Die Mittelwände sollen untypisch riechen und auch haptisch untypisch sein. Im Bienenvolk werden die Mittelwände eher ungleichmäßig ausgebaut. Gravierend ist, dass Eier und junge Larven aus den Brutzellen der Waben solcher ausgebauter Mittelwände herausgefressen werden, während direkt daneben hängende (ältere) Brutwaben ein völlig normales Brutnest aufweisen. Neben der Gefahr, dass die Entwicklung der Bienenvölker negativ beeinflusst wird, besteht grundsätzlich auch die Gefahr, dass eingelagerter Honig kontaminiert werden kann.
Der Sachverhalt ist bislang noch relativ unklar. So weiß man noch nicht, um welche Verunreinigungen (Paraffin, Stearin, Lösungsmittel) es sich genau handelt und über welche Vertriebswege das Wachs in die Imkereien gelangt ist.
Der Deutscher Imkerbund e.V. bittet die Imker und Imkerinnen etwaige Probleme mit verfälschtem Wachs zur Sachverhaltsaufklärung zu melden
Sofern Imker die oben geschilderten Beobachtungen bei gekauften Mittelwänden machen bzw. gemacht haben, so der D.I.B. in seiner Pressemitteilung vom 15.09.2016, sollten sich unbedingt melden, so dass den Fällen nachgegangen werden kann. Zudem rät der D.I.B. dazu, Waben mit verfälschtem Wachs auf keinen Fall in den Wachskreislauf einzubringen.
Unter folgender Mailadresse wachsproblem@online.de können die Beobachtungen mit Angabe des Absenders, des Fachhändlers, der gekauften Menge und des Kaufdatums an den D.I.B. gemeldet werden. Alle Informationen sind wichtig, um den Sachverhalt schnell aufzuklären (siehe Details: Pressemitteilung D.I.B. vom 15.09.2016).
Wir wünschen Ihnen viel Erfolg mit Ihren Bienen und verbleiben mit den besten Grüßen
Dr. Otto Boecking Martina Janke

Infobrief vom 12. Juli 2016

Das Bienen-Jahr 2016 neigt sich dem (vorläufigen) Ende zu
Vielerorts werden die Bienen kaum noch weitere nennenswerte Einträge erzielen. Für diejenigen Imker, die nicht noch eine Spättracht, wie die Heide nutzen wollen, ist in der Tat das Bienen-Jahr 2016 schon (fast) vorbei. Die Bienen haben bekanntlich schon viel früher ihren Höhepunkt der Brutaufzucht hinter sich.
Jetzt muss der Fokus des Imkers auf das Abernten, die Varroamilbe und der Spätsommerpflege liegen. Beim Abernten gilt die Regel, dass der Honig unterhalb des Absperrgitters den Bienen gehört. Dennoch muss jeder, der jetzt den letzten Honig erntet, die Futterversorgung der Bienen im Blick behalten und notfalls sogleich einen Ausgleich durch eine Futtergabe schaffen. Denken Sie dabei daran, jetzt beginnt auch die Zeit der "Räuberei" und die wird bekanntlich durch unvorsichtiges Arbeiten an den Bienen ausgelöst.

Der Varroa-Befalls-Status der Völker muss jetzt erfasst werden sonst imkert man im "Blindflug"!
Bekanntlich ist es ein "Muss" für jeden Imker und jede Imkerin sich Mitte Juli einen Überblick über den Varroa-Befallsgrad der eignen Völker zu erlangen. Wer das nicht tut, der Imkert im "Blindflug". Die Varroamilbe wird nach dem Schadschwellenprinzip behandelt. Dazu muss man also Kenntnis über den derzeitigen Befallsgrad der Volker erlangen.
Legen Sie dafür für 3 Tage eine Varroa-Diagnosewindel unter ihre Völker und zählen Sie dann den natürlichen Milbentotenfall aus und berechnen diesen auf den Milbenfall pro Tag. Erst bei einem täglichen natürlichen Milbenfall von über 10 Varroamilben pro Tag bei den Wirtschaftsvölkern und über 5 Varroamilben pro Tag bei den Jungvölkern bedarf es einer sofortigen medikamentösen Varroabehandlung. Diese Schadschwellen werden bei den Imkern selten erreicht, die im Vorjahr schon die Varroa-Bekämpfung als selbstverständlichen Teil ihrer imkerlichen Betriebsweise umgesetzt haben, somit mit wenigen Milben das Jahr 2016 begonnen haben und in diesem Jahr regelmäßig Drohnenbrut ausgeschnitten und Jungvölker erstellt haben. Für alle Völker, die die Schadschwelle (noch) nicht erreicht haben, gilt es jetzt erst einmal nach dem Abernten mit dem Auffüttern zu beginnen. So schafft man Futterkränze in der oberen Zarge, die dann zur Ameisensäure-Behandlung im August ein sicheres Polster bilden. So wird die Brut vor Ameisensäureschäden besser geschützt.

Eine (Notfall)Behandlung für Wirtschaftsvölker, die schon jetzt die Schadschwelle im Varroa-Befall erreicht haben
Sollten nach der Varroa-Gemüll-Diagnose Ihre Wirtschaftsvölker die Schadschwelle von >10 Milben/Tag schon überschritten haben, so sollten diese einer (Notfall)Behandlung unterzogen werden. Dazu empfehlen wir das ursprünglich von Herrn Dr. Liebig entwickelte Konzept des "Teilen und Behandeln", das sich in ganz ähnlicher Form auch als ein Element im Celler-Rotationsverfahren wiederfindet.
Dazu wird zunächst das zu behandelnde Wirtschaftsvolk an seinem Standplatz zur Seite gestellt. An die Stelle des vorherigen Standortes wird stattdessen ein neuer Boden und darauf die Honigraumzarge des beiseite gestellten Bienenvolkes gesetzt. Diese Honigraumzarge wird mit leergeschleuderten Waben und mit mindestens einer Futterwabe am Rand ausgestattet. Dann wird die Königin aus dem Wirtschaftsvolk herausgesucht und in den ehemaligen Honigraum verbracht, denn wir wollen so einen "Flugling" bilden. Wer ganz sicher gehen will, kann die Königin dazu in einen Käfig mit Futterverschluss zwischen die Waben hängen. Alle eingeflogenen Bienen werden alle auf ihren alten Standplatz (jetzt Honigraumzarge) fliegen. Dazu muss natürlich Flugwetter herrschen. Wer nachhelfen will, kann auch gerne zusätzlich von ein paar der Brutwaben des nebenan gestellten Wirtschaftsvolkes die ansitzenden Bienen vor das Flugloch des "Fluglings" kehren. Bitte beachten Sie, dass bei beiden Volksteilen, dem "Flugling" und der "Brutscheune", das Flugloch eingeengt ist, um einer Räuberei vorzubeugen. Zwei Tage nach diesem Prozedere kann der "Flugling" gegen die Varroa behandelt werden. Dazu werden entweder die ansitzenden Bienen Wabenseite für Wabenseite mit Milchsäure besprüht. Oder man setzt Oxalsäure im Träufelverfahren (100 ml) ein. Am folgenden Tag beginnt man den "Flugling" zu füttern.
21 Tage nach dem Teilen sind in der "Brutscheune" alle Bienen geschlüpft und eine Nachschaffungskönigin ist entstanden. Jetzt wird zunächst die ehemalige jetzt untere Brutzarge weggenommen und die Bienen auf eine Zarge begrenzt. Haben die Bienen sich dann beruhigt kann auch dieser Teil des ehemaligen Wirtschaftsvolkes mit Milchsäue oder Oxalsäure behandelt werden. Auch dieses (neue) Volk wird sodann gefüttert.
Da die Varroa-Behandlung bei beiden Volkseinheiten in einer brutlosen Phase erfolgt, ist diese hoch wirksam, denn die Milben sitzen allesamt auf den erwachsenen Bienen und kommen so mit diesem als Kontaktmittel wirksamen Varroazide direkt in Kontakt.
Später im Jahr wird dann entschieden, ob man diese beiden Einheiten getrennt einwintert oder gar wieder vereint. Das hängt von deren jeweiligen Einwinterungsstärke ab.

Mit Apitraz steht eine weiteres Varroazid zur Verfügung auch dies ist kein "Wundermittel"
Ein neues Tierarzneimittel Apitraz mit dem Wirkstoff Amitraz wurde in diesem Jahr für Deutschland und die Bienen zugelassen. Das Präparat ist verschreibungspflichtig und die Zulassung des Präparates Amitraz stellt keine generelle Zulassung des Wirkstoffes Amitraz dar, womit sich alle anderen Amitraz-Anwendungen weiterhin klar verbieten.
Wir haben noch keinerlei Erfahrungen mit diesem neuen Varroazid und empfehlen Ihnen erst schrittweise selber Erfahrungen damit zu sammeln, denn auch dieses Varroazid stellt kein "Wundermittel" dar, mit dem das Varroaproblem einfach gelöst werden kann.
Nach den Verpackungsangaben werden zwei der Apitraz-Plastikstreifen in die Mitte des Brutnestes nach der letzten Honigernte gehängt. Es ist ein typisches Kontaktgift, das die Bienen über Körperkontakt aufnehmen und nur diejenigen Milben erreicht, die sich auf den Bienen aufhalten. Milben in der Brut bleiben unbehelligt. Die Streifen dürfen auf keinen Fall während der Tracht eingesetzt werden (Rückstandsproblem) und müssen unbedingt nach 6 Wochen aus den Völkern genommen werden, um eine Resistenzentwicklung bei den Milben vorzubeugen.
Nach Aussagen von Herrn Dr. Wallner (Landesanstalt für Bienenkunde Hohenheim) im Deutschen Bienen-Journal (7/2016, Seite 13) hat auch dieses Varroazid seine Tücken. Die Verteilung des Wirkstoffes zwischen Bienen in der Wabengasse, in der sich der Plastikstreifen befindet, ist gut, kann jedoch zur nächsten Wabengasse hin unzureichend sein. Wenn im Spätsommer die Völker schrumpfen, kommt es also auf die richtige Platzierung der Streifen an.

Was ist sonst derzeit an den Bienen zu tun?
Behalten Sie auf jeden Fall die weitere Entwicklung und Futterversorgung auch der Jungvölker im Auge. Diese brauchen Raum und Futter, denn sie sollen ja noch weiter wachsen.
Wir wünschen Ihnen viel Erfolg und Spaß mit Ihren Bienen und verbleiben mit den besten Grüßen
Dr. Otto Boecking Dr. Werner von der Ohe
LAVES Institut für Bienenkunde Celle Herzogin-Eleonore-Allee 5, 29221 Celle

Infobrief vom 27. April 2016

Infobrief vom 27. April 2016

Derzeit herrscht echtes April-Wetter vor, das den Prognosen nach noch etwas anhalten wird. Deshalb muss weiterhin die Futterversorgung der Völker im Blick bleiben.
Unser letzter Infobrief vom 11.April erfolgte zum Beginn der Kirschblüte hier in Celle und zielte auf das große Aufblühen der Frühjahrstracht und die fast sommerlichen Temperaturen zu der Zeit ab. Inzwischen herrscht schon wieder fast winterliches Wetter vor und Flugwetter für die Bienen bleibt aus. Man muss davon ausgehen, dass nach den besseren Tagen mit gutem Polleneintrag auch die Bienenvölker weiter wachsen und dafür Futter brauchen.
Deshalb möchten wir Sie hiermit daran erinnern, die Futterversorgung der Völker nicht aus dem Blick zu verlieren. Eine Fütterung unmittelbar vor einer Tracht gefährdet immer die Reinheit des anschließend von den Bienen eingetragenen Nektars, den sie zu Honig aufbereiten. Andererseits dürfen die Völker jetzt nicht an Futtermangel leiden. Notfalls müssen Sie, der weiteren Witterungsentwicklung angepasst, mit Kleinstmengen an Futter die Futterversorgung Ihrer Völker bis zum Trachteinsatz überbrücken.
Wir hoffen mit Ihnen auf eine Besserung der Wetterlage, die sich wohl Mitte Mai einstellen soll, und verbleiben mit den besten Grüßen

Dr. Otto Boecking Dr. Werner von der Ohe
LAVES Institut für Bienenkunde
Celle Herzogin-Eleonore-Allee 5, 29221 Celle

Infobrief vom 11. April 2016

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Die Kirschblüten gehen hier in Celle jetzt auf Zeit die Honigräume aufzusetzen und die Völker mit einem Baurahmen für den Drohnenbau auszustatten

Die Kirsch-Blüte beginnt gerade in Celle und der Frühling ist mit fast sommerlichen Temperaturen zumindest tagsüber nun endlich da. Die Bienenvölker wachsen jetzt stetig und können so die Frühjahrstracht von Ahorn, Süßkirsche und Löwenzahn nutzen. An einigen Stellen beginnt sogar der Raps die ersten Blüten zu öffnen. Wahrscheinlich ist dieser frühe Blühbeginn beim Raps Ergebnis der Züchtung. Der Beginn der Kirschblüte ist bekanntlich das phänologische Signal für den Imker die Honigräume aufzusetzen und die Völker mit einem Bau-/Drohnenrahmen auszustatten.

Was ist derzeit zu tun?
2-zargige Völker erhalten den Honigraum über Absperrgitter und gleichzeitig einen Baurahmen in die obere Brutraumzarge gehängt. Um Platz für den Baurahmen zu schaffen, wird aus der 2ten Zarge eine Randwabe entnommen.

Die ehemaligen Jungvölker, die Sie unlängst um eine Zarge erweitert haben, erhalten auch jetzt ihren Honigraum über Absperrgitter. Wahrscheinlich haben diese Völker die Erweiterungszarge gut angenommen, aber die meiste Brut befindet sich immer noch in der unteren Zarge. Dann empfiehlt es sich vor dem Aufsetzen des Honigraumes die beiden Brutzargen zu tauschen, so dass die zuletzt aufgesetzte Zarge auf den Beutenboden gestellt und die andere Zarge die 2te Position einnimmt.

Ehemalige Jungvölker, die bislang nur in einer Zarge gesessen haben, erhalten auch ihren Honigraum über Absperrgitter und eine Brutraum-Erweiterung dann in zwei bis drei Wochen. Dann wird die Brutraum-Erweiterungszarge "untergesetzt".

Denken Sie daran, dass auch die ehemaligen Jungvölker mit einem Baurahmen ausgestattet werden müssen, wenn Sie denen einen Honigraum aufsetzen.

Ist die Varroa-Situation und damit der Bekämpfung nach dem milden Winter anders und damit die Varroa-Bekämpfung auch anders zu gestalten?

Die Antwort lautet knapp und kurz nein!

Es gibt besorgte Imker, die aufgrund der milden Witterungslage und der in manchen Völkern lange anhaltenden Bruttätigkeit, sich besondere Sorge um die Varroa-Belastung in ihren Völkern machen. Das ist eigentlich unbegründet. Es ist richtig, dass man davon ausgehen sollte, dass manche Völker mit einer größeren Startpopulation an Varroa-Milben jetzt ins Frühjahr gehen als in anderen Jahren. Aber an den Maßnahmen zur Varroa-Reduzierung während der Saison ändert sich nichts sie sollten aber unbedingt gewissenhafter durchgeführt werden. Das heißt, wie in allen anderen Jahren, stets rechtzeitig den Drohnenrahmen zu schneiden und über die Erstellung von neuen Jungvölkern Varroa-Milben den Wirtschaftsvölkern zu entnehmen.

Was aber dringlich sein wird, ist die gewissenhafte Überprüfung des natürlichen Milbentotenfalls Mitte Juli, um dann die Varroa-Belastung der Völker zu ermitteln. Denn dann kann es durchaus so sein, dass womöglich mehr Völker schon die Schadschwelle zur Bekämpfung der Varroa-Milbe erreicht haben als in anderen Jahren.

Zunächst wünschen wir Ihnen weiterhin eine erfolgreiche und schöne Bienensaison 2016 und verbleiben mit den besten Grüßen
Dr. Otto Boecking
Dr. Werner von der Ohe
LAVES Institut für Bienenkunde Celle Herzogin-Eleonore-Allee 5, 29221 Celle

Infobrief vom 14. Dezember 2015

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Jetzt die Restentmilbung vornehmen oder immer noch abwarten?
Nachdem im November für ein paar Tage frostige Temperaturen vorherrschten, hatten wir mit unserem Infobrief vom 23.November in Aussicht gestellt, dass als Folge die Bienen das Brüten einstellen werden und ab Mitte Dezember diese dann im brutfreien Zustand behandelt werden könnten. Zwischenzeitlich waren dann - ungewöhnlich für den Dezember- die Temperaturen wieder angestiegen. In einigen Gärten sieht man schon die Blattspitzen von Tulpen aus dem Boden hervorsprießen und es gibt in der Tat Bienenvölker, die heute noch verdeckelte Brut haben. Bekanntlich gilt das insbesondere für die schwächeren Völker und diejenigen mit höherem Milbenbefall. Dennoch, der überwiegende Teil der Bienenvölker hat das Brüten zwischenzeitlich eingestellt. Diese konnten also behandelt werden. Was einige Imker bereits getan haben.

An unseren Empfehlungen vom 23.November hat sich (fast) nichts geändert
Prinzipiell gilt es, die Restmilbenpopulation in den Völkern bis Ende des Jahres auf ein Minimum zu reduzieren, damit die Startpopulation mit Beginn der nächsten Saison so gering wie möglich ist.

- Erst muss eine Gemülldiagnose erfolgen und dann wird behandelt; diese Kontrolle des natürlichen Milbenabfalls sollte Anfang Dezember erfolgt sein. Nach einer Woche Windeleinlage hat man ausreichend Kenntnis über den Milbenbefall und den Wintersitz der Bienen erlangt.

- Behandelt wird nach dem Schadschwellenprinzip; als Schadschwelle gilt, wenn der natürliche Milbenfall bei 1 Milbe/Tag oder höher liegt, muss eine Restentmilbung auf jeden Fall erfolgen. Völker, die weniger als 1 Milbe täglichen Totenfall aufweisen, müssen nicht ehandelt werden. Wer sehr unterschiedliche Milbenzahlen bei den Bienenvölkern eines Standes feststellt, sollte sicherheitshalber alle Völker behandeln.

- Grundsätzlich darf nur ein einziges Mal mit Oxalsäure behandelt werden; daher muss der Behandlungszeitpunkt optimal gewählt werden. Dazu müssen die Völker brutfrei sein und möglichst eng in der Wintertraube sitzen. Es gilt für die abschließende Behandlung nicht das Prinzip "auf Teufel komm raus" diese durchzuziehen.
Da ein Teil der Völker noch immer verdeckelte Brut aufweist, sollte bei diesen Völkern zunächst noch abgewartet werden. Werden Sie nicht ungeduldig und zerstören gar die Restbrut. Damit gewinnt man keinen Vorsprung. Man läuft eher Gefahr, unnötigen Schaden an den Bienenvölkern anzurichten.


Wenn man auch derzeit nicht wirklich von Winter sprechen kann und das Behandlungsfenster am 31.12.2015 schließt, so zeigen die längerfristigen Wetterprognosen,dass an den Weihnachtsfeiertagen mit der Zufuhr kühlerer Luftmassen gerechnet wird. Dann wären die Tage zwischen Weihnachten und Silvester geeignet, um die Restentmilbung durchzuführen. Sollte wider Erwarten auch dann keine Behandlung möglich oder Sie verhindert sein, dann gilt es im nächsten Jahr 2016 die Varroa-Reduzierung während der Saison noch gewissenhafter zu betreiben.

Wir wünschen Ihnen schöne Feiertage und auch im kommenden Jahr viel Erfolg und Spaß mit Ihren Bienen und verbleiben mit den besten Grüßen
Dr. Otto Boecking
Dr. Werner von der Ohe
LAVES Institut für Bienenkunde Celle
Herzogin-Eleonore-Allee 5, 29221 Celle